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Hans Bastyr

Das Bergmannskind

Mit schwachen Armen, bleichen Wangen
ein Kindlein steht vor'm Bergmannshaus;
da tritt, das Herz voll heißem Bangen,
sein Mütterlein zu ihm hinaus.
Die Locken streichelt sie dem Kinde,
das fröhlich spricht im Abendschein:
Ach Mutter, wenn die Glocken läuten,
da kommt der Vater wieder heim!

Jedoch des Schicksals schnelles Walten
manch Lebensglück im Nu zerbricht.
Es klingt die Glock' vom Turm, dem alten,
doch ach, den Bergmann bringt sie nicht.
Das Kindlein seufzt, im Mutterherzen
sprießt längst der Unglücksahnung Keim.
Ach Mutter, horch, die Glocken läuten,
doch kommt der Vater gar nicht heim!

Es ist vorbei! Ein Bergmannsleben
geht nun nach kurzer Fahrt zur Ruh.
Der Freunde Trauerklagen geben
dem Scheidenden Geleit dazu.
Da klingt's auf einmal, bitter weinend,
verklungen kaum des Priesters Reim:
Ach Mutter, wenn die Glocken läuten,
da kommt der Vater nimmer heim!

(eingesandt von Krino Hoogestraat)

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