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Rudolf G. Binding

Sonette der Verschmähten - Nr. 10

Einst war ich nur ein ungetanzter Tanz,
ein nie gesungen Lied, erstickter Klang
und halber Atemzug. O weher Kranz
den man auf meine junge Stirne zwang.

Nun bin ich alles: Tanz und Klang und Sinn
und tiefer Atem, Lied das froh sich hebt;
und weiß: ich bin durch ihn nur was ich bin
und starb um dies und hab um dies gelebt.

Mit solchen Kronen krönt er mein Geschick.
Er ist durch sich. Ich kann nicht gleiches geben.
Doch wenn ich einst, noch flammenden Gesichts,

mir auch gestehen müßte daß ich nichts
ihm war als nur ein flücht'ger Augenblick –
er war ja doch mein ganzes junges Leben.


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