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Annette von Droste-Hülshoff

Am Fronleichnamstage

O fasse Mut, er ist dir nah
Du hast sein Fleisch, sein heilig Blut
Genossen ja.
O meine arme Seele, fasse Mut
Er ist ja dein, er ward dein Fleisch und Blut.
Nicht wie du solltest, reich und warm
Kamst freilich du zu seinem Mahl:
Du warst ein arm
Zerlumpter Gast: doch zitterte die Qual
In dir des Sehnens: Tränen sonder Zahl
Hast du vergossen in der Angst,
Die dennoch Freudenschauer war.

(eingesandt von Sieghard Winter)

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