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Johann Georg Fischer

Wenn ich auf immer dereinst entschlief

Und wenn ich auf immer dereinst entschlief,
Dann machet mein Grab auch noch so tief.
Ich weiß ja, daß es kein tiefres gibt
Als die Erde, die ich so warm geliebt,
Weiß, daß ich in aller Gebornen Schar
Ich selber und nicht ein anderer war,
Daß keinem anderen gehören kann,
Was ich gelebt, was ich getan.

Und über meinem Grabe hin
Wird wie immer die Sonne ziehn,
Eine ewige Kette von Herzen sich,
Fortschlingen, die fühlen so froh als ich:
Daß nimmer der herrliche Mut vergeht,
Welchem der Sinn nach dem Höchsten steht,
Und für jedes schönen Begehrens Lust
Die Erfüllung der Kraft in der Menschen Brust.

Quelle:
„Vom Reichtum der deutschen Seele – Ein Hausbuch deutscher Lyrik“
hrsg. v. Georg Virnsberg, verlegt bei Dollheimer, Leipzig, 1928

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