mumag > Gedichtauswahl > Lenau
mehr Herbstgedichte

Nikolaus Lenau

Herbstklage

Holder Lenz, du bist dahin!
Nirgends, nirgends darfst du bleiben!
Wo ich sah dein frohes Blühn,
Braust des Herbstes banges Treiben.

Wie der Wind so traurig fuhr
Durch die Straßen, als ob er weine;
Sterbeseufzer der Natur
Schauern durch die welken Haine.

Wieder ist, wie bald! wie bald!
Mir ein Jahr dahingeschwunden.
Fragend rauscht es aus dem Wald:
»Hat dein Herz sein Glück gefunden?«

Waldesrauschen, wunderbar
Hast du mir das Herz getroffen!
Treulich bringt ein jedes Jahr
Welkes Laub und welkes Hoffen.

(eingesandt von Karl Hecker)

Seitenanfang / top


Werbung amazon: Herbstgedichte -
Gedichtinterpretationen - Gedichtanalysen



Impressum - Datenschutz