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Neidhardt von Reuenthal / Karl Ströse

Nun will der Lenz uns grüßen

Nun will der Lenz uns grüßen,
von Mittag weht es lau;
aus allen Ecken sprießen
die Blumen rot und blau.
Draus wob die braune Heide
sich ein Gewand gar fein
und lädt im Festtagskleide
zum Maientanze ein.

Waldvöglein Lieder singen,
wie ihr sie nur begehrt.
Drum auf zum frohen Springen,
die Reis' ist Goldes wert!
Hei, unter grünen Linden,
da leuchten weiße Kleid!
Heija, nun hat uns Kinden
ein End all Wintersleid.

(eingesandt von Heinke Schumacher)

(1878 erschienen in
Karl Ströse „Deutsche Minne aus alter Zeit. Ausgewählte Lieder des Mittelalters, frei übertragen“
nach Motiven von Neidhart von Reuenthals Sommerlied „Diu zît ist hie“)

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