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Johann Klaj

Vorzug des Herbstes

Die Sonne mit Wonne den Tagewachs mindert,
Der Renner, der Brenner sein Strahlenheiß lindert,
Die Felder die Wälderlust nimmer verhindert.
           Die Traube, die reift,
           Der Winzer, der pfeift,
           Zum Jagen man greift.

Man fället, man stellet den Vögeln der Lüfte,
Man jaget und plaget die Bürger der Klüfte,
Das helle Gebelle durchschrecket die Grüfte.
           Der Wäldner, der eilt,
           Sich nimmer verweilt,
           Rotschwarzes Wild pfeilt.

Da leben und schweben in Freuden die Götter,
In Sausen und Brausen die falbigen Blätter,
Sie spielen, sich kühlen in laulichem Wetter.
           Der Monde, der wacht,
           Die Freude belacht
           Bis mitten zur Nacht.


hier ist noch eine Version in der Orthografie der Barockzeit:

Vorzug deß Herbstes

Die Sonne mit Wonne den Tagewachs mindert/
der Renner/ der Brenner/ sein Stralenheiß lindert/
die Felder die Wälderlust nimmer verhindert/
die Traube die reifft/
der Wintzer der pfeifft/
zum Jagen man greifft.

Man fället/ man stellet den Vögeln der Lüffte/
man jaget und plaget die Bürger der Klüffte/
das helle Gebelle durchschrecket die Grüffte/
der Wäldner der eilt/
sich nimmer verweilt/
rohtschwartzes Wild pfeilt.

Da leben und schweben in Freuden die Götter
in Sausen und Brausen die falbigen Blätter/
sie spielen/ sich kühlen in laulichem Wetter/
der Monde der wacht/
die Freude belacht
bis mitten zur Nacht.

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