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Hans Leifhelm

Verwandlung im Wald

In den Wald schlüpf ich ein wie ein Tier,
Kühles Laub schließt sich grün hinter mir,
Licht und Tag sind schon fern, sind verhallt,
O es rauscht über mir dunkler Wald.

Aus dem Grund wächst der Pilz nackt und bleich,
Beeren glühn, unverwandt, augengleich,
Spürst du wohl, wie sie schaun, wie sie starrn
Rot und blau aus dem Moos, aus dem Farn.

Dürres Laub raschelt auf vor dem Schuh,
Dunkler Raum tut sich auf, tut sich zu,
Wogt wie Flut rings heran, über mir,
Ich bin längst schon gebannt im Revier.

Mich umschlingt das Gewirr rankenfest,
Schon vertraut spür ich Nachbargeäst,
Wie Gezweig ist gestreckt meine Hand,
Rindengleich ist die Brust mir umspannt.

Und das Herz hüpft empor auf den Ast,
Ist als klopfender Specht nun zu Gast,
Flattert auf, schwingt sich kreisend vorbei,
Flieht hinweg mit dem seltsamen Schrei.

Hallend geht dieser Schrei durch den Wald,
Bis er fremd hoch in mir widerhallt,
Bis die Sinne mir träumend vergehn
In des Windes unendlichem Wehn.

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