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Kurt Schwitters

Herbst

Es ist Herbst. Die Schwäne essen das Brot ihrer Herren mit
Tränen zusammengebacken. Einige matte Expressionisten
schreien nach Wein, denn es ist noch Wein genug da, aber es
gibt keinen Expressionismus mehr.
Es lebe der Kaiser, denn es gibt keinen Kaiser mehr. Uhren
uhren die Stunden fünfundzwanzigtausendmal.
Ich gleite.
Gleite Schlingen.
Kreischt eine Maschine.
Katzen hängen an der Wand.
Ein Jude geigt das Tier zum Fenster hinaus.
Hinaus.
Es ist Herbst und die Schwäne herbsten auch.

(eingesandt von Karl Hecker)

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